Seit einiger Zeit sind weitere Anbieter auf dem Markt, die versuchen sich zu etablieren. Zu nennen sind da Teldafax, Telegate, MobilCom und eine Reihe lokaler Anbieter die mit Niedrigpreisen auf dem Mobilfunk-Markt und im bundesweiten Ferngesprächs-Tarif, auf sich aufmerksam machen konnten. Viele dieser Anbieter starteten auch Versuche als Internet Provider, konnten bis dato aber noch keine großen Erfolge einstreichen, da ihre Netze für diesen Ansturm noch nicht gerüstet waren.
Um all diese Preisvorteile anbieten zu können, haben die Konkurenten der Telekom eigene Telefonnetze für den Ferngesprächstarif aufgebaut. Hiermit haben sie eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber, dem noch großen Bruder, erhalten. Wie die Unternehmen aus dem Mobilfunkbereich (Talkline und MobilCom) allerdings bewießen haben, kann man auch ohne eigene Netze günstige Tarife anbieten. Um im Bereich der Auslandsgespräche Fuß fassen zu können, schlossen einige Telekommunikations- unternehmen Verträge mit internationalen Telefongesellschaften ab.
Die ersten wesentlich günstigeren Tarife für Ferngespräche boten die kleineren Unternehmen, wie Talkline und MobilCom an. O-Tel-O, Viag Intercom und andere schlossen sich als bald an. Anfang 1999 gab es einen weiteren Quantensprung bei den Telefontarifen. Um nun in den Genuß dieser günstigen Tarife zu kommen, gibt es grundsätzlich 3 verschiedene Wege. Man kann für jedes Gepräch gesondert entscheiden, mit welchem Anbieter man telefonieren möchte. Bei diesem sog. Call - by - Call Gespräch, welches zur Zeit wohl die empfehlenswerteste Alternative ist, muß der Nutzer lediglich die Vorwahl des Anbieters vor seiner gewünschten Rufnummer (inkl. Orts-Vorwahl) wählen. Eine weitere Möglichkeit ist Pre - Selection, bei der man sich festelegt, Ferngespäche immer mit einem bestimmten Anbieter durchzuführen. Als letzte Möglichkeit gibt es, den noch nicht empfehlenswerten Wechsel zu einem anderen Anbieter (z.B. Telekom -> Arcor). Hierbei werden für Ortsgespräche, nicht selten auch, die teueren Ferngesprächstarife abgerechnet.
Neben dem Vergleich der Minutenpreise sollte man auch die Taktung berücksichtigen. Bei der Telekom werden die Gebühren in 12-Sekunden Schritten abgerechnet. Bei anderen Anbietern findet man vom ein-Sekunden Takt bis hin zum Minutentakt viele Varianten.
Die Abrechnung der Call - by - Call Gespräche erfolgt bei einigen Anbietern über die Abrechnung der Telekom, bei anderen über eine gesonderte Rechnung. Um einige der neuen Anbieter nutzen zu können muß man sich bei diesen anmelden. Eine solche Anmeldung ist meist über das Telefon möglich und mehr eine Formalität als eine Verpflichtung. Meist entstehen weder Kosten (An-, Abmeldegebühren, Mindestumsatz, Grundgebühren...) noch irgendwelche Verpflichtungen.
Um bei diesem Tarife-Jungel noch durchzublicken, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten. Zum Einen bieten die Presse und andere Medien (Internet, Rundfunk), eine Reihe von Informationsquellen. Zum Anderen kann man sich sog. Least-Cost-Router installieren. Hierbei handeld es sich um kleine Geräte, die zwischen Telefon und Anschlußbuchse der Telekom geschaltet werden. Diese kleinen Helfer suchen bei jedem Anruf, die kostengünstigste Möglichkeit für den Benutzer heraus. Für den privaten Haushalt sind diese Geräte allerdings noch zu teuer. Nicht nur die Anschaffungskosten von einigen hundert DM, sondern auch noch die regelmäßige Aktualisierung über eine 0190-Nummer rechnet sich für den durchschnittlichen Anwender kaum.