Der optische Telegraf konnte den wachsenden Ansprüchen, die eigentlich erst durch seine Leistungsfähigkeit geweckt worden waren, nicht lange genügen. Einige Erfindungen auf dem Gebiet der Elektrizität, wie etwa die des Kondensators (Urform des Kondensators 1745 Ewald Jürgen von Kleist, Deutschland) oder die Erkenntnis das positive und negative Ladungen existieren (Benjamin Franklin), ermöglichten erst den Einsatz der Elektrizität in der Telegrafie.
Zum ersten mal wurde die elektrische Telegrafie in einem mysteriösen Schreiben von 1753, das mit C.M. unterzeichnet und an das Scot´s Magazine" adressiert war, erwähnt. Bis heute gibt es keinerlei Auskunft über diesen genialen Erfinder. Er schlug vor, 24 Drähte zwischen Empfänger und Absender zu spannen und diejenige Leitung, welche für den zu übertragenden Buchstaben stand mit einem isoliertem Körper (Glasstab) auf den Stromgeber zu drücken. Im gleichen Moment sollte der Empfänger die elektrischen Kugeln", die sich am Ende der Leitung bewegen ablesen und konnte so Buchstabe für Buchstabe erhalten. Ganze 21 Jahre lang dauerte es bis ein weiterer Erfinder 1774 Versuche zur elektrischen Telegrafie anstellte. Der Schweizer Lesage arbeitete nach dem selben Prinzip, ersetze aber die Kügelchen beim Empfänger durch Holundermarkkügelchen, die er ebenfalls durch Elektrizität in Bewegung versetzen konnte.
Zu dieser Zeit wurden weitere Erfindungen auf diesem Gebiet von Boeckmann, Deutschland und Lemond, Frankreich entwickelt. Johann Lorenz Boeckmann schlug vor, die Zeichen mit elektrischen Funken darzustellen und den Beginn einer Übertragung durch ein e elektrische Zündung einer Pistole zu signalisieren. Zu einer weiteren Erfindung, die zur Verbesserung der elektrischen Telegrafie beitrug gehörte die galvanische Elektrizität (Luigi Galvani zeigte 1780, daß durch die Elektrizität der Informationsfluß in den Neven ermöglicht wird. Hierzu führte er Versuche mit Elektrizität und Froschbeinen durch). Ebenfalls in diesem Jahr konstruierte der italienische Graf Volta die er ste elektrische Batterie unter Verwendung der Erkenntnis des galvanischen Stroms. Damit war erstmals gelungen ständig fließenden Strom zu erzeugen. Der englische Chemiker Nicholson fand heraus, daß man mit Hilfe des Stroms Wasser zerlegen konnte (elektrolytische Zerlegung in Wasserstoff und Sauerstoff). Somit war der Kreis wieder geschlossen. Aus einer chemischen Reaktion wurde Strom erzeugt und durch elektrischen Strom wurde eine chemische Reaktion ausgelöst.
Der deutsche Arzt Samuel Thomas von Sömmerring machte sich beide Erfindungen zu Nutze und erfand am 22. Juli 1809 einen elektrochemischen Telegrafen. Bei dem Sender wurde eine Spannung an den zu übertragenden Buchstaben angelegt und in diesem Augenblick stiegen bei der Empfängerstation in einem Glasbehälter, der mit Wasser gefüllt war, an dem entsprechenden Buchstaben Gasblasen auf.
Fritz Jörn hat auf dieser Website viele Informationen Rund um die indo-europäische Telegraphenlinie zusammengestellt.