Die Geschichte der Telegraphie, Telephonie, Mobilfunk und Vermittlungstechnik.

Der Fernschreiber

Viele verlangten nach einer schnelleren Übertragung. Dies sollte durch den Wegfall der Dechiffrierung (Codezeichen entziffern) realisiert werden. Der englische Physiker Eduard Hughes, der in den USA lebte, beschäftigte sich mit dem Plan einen Typenrad-Telegrafen herzustellen.

Fernschreiber im Schrank

Fernschreiber im
Schrank

Portabler Fernschreiber

Portabler Fernschreiber

Fernschreiber T37

Fernschreiber T37

Die Presse war auch damals schon auf schnelle Nachrichtenübermittlung angewiesen. Deshalb konnte die American Telegraph Company, die in den USA die Monopolstellung besaß, horrende Gebühren erheben. Die Presseagenturen stießen auf einen Bericht über Hughes und stellten ihm Geldmittel zur Verfügung, um sein Vorhaben zu Ende zu führen. Das erste Gerät dieser Art war 1854 fertiggestellt. Zur Eingabe wurden Klaviertasten verwendet, welche beim Betätigen einen Stift herunterdrückten. Darunter bewegte sich ein Schlitten, der ebenfalls mit den gleichen Tasten besetzt war. Wenn nur eine Taste gedrückt wurde, kam sie mit einem Stift des Schlittens in Berührung und es wurde ein Stromstoß zum Empfänger geschickt. Beim Empfänger wurde das Signal an einen Elektromagneten weitergegeben, der einen Papierstreifen an das Typenrad drückte, welches synchron mit dem Schlitten des Absenders lief.

Dieser Typenrad-Telegraf breitete sich nach dem Telegrafen Kongress in Wien im Jahr 1868 rasch über dem gesamten europäischen Kontinent aus. Der Telegrafenbeamte Baudot ließ sich 1876 ein Gerät zur fünffachen Übertragung patentieren. 1894 entwickelte er hierzu einen automatischen Sender. Danach fand das Gerät in Westeuropa ebenfalls Verbreitung. Wegen der hohen Gebühren wurde das Telegrafennetz nur wenig genutzt. Deshalb nahm man bei den Geräten einen Geschwindigkeitsverlust in Kauf, um bei der Herstellung Geld zu sparen. Dadurch wurde die Übertragung der Telegramme günstiger und das System der Nachrichtenübermittlung fand daher größere Akzeptanz. 1920 wurde ein ca. 90% billigeres Gerät von Eduard Kleinschmitt erfunden, der Springschreiber. Er wurde so genannt, weil er, um die Gleichlaufschwankungen zu kompensieren, nach jeder Übertragung eines Zeichens die Sende- und Empfangseinrichtung stoppte und wieder neu startete.

Fernschreiber T100

Fernschreiber T100

Siemens & Halske entwickelten eine Fernschreibmaschine (Zeigertelegraphen), die wie eine Büroschreibmaschine aussah. Die Geräte konnten nun bei den Nutzern direkt aufgestellt werden, doch 1933 hatten ganze 13 Teilnehmer den Mut, sich an das Telexnetz anschließen zu lassen. 1939 erhöhte sich die Teilnehmerzahl auf 1500 und 1975 waren es ganze 90.000. Nachdem dieser Fernschreiber das Bild der Büros jahrzehntelang bestimmte, war der nächste entscheidende Einschnitt die Einführung der Elektronik. Siemens entwickelte den Fernschreiber 1000, der sehr kompakt gehalten wurde. Es wurden bereits 8 Integrierte Bausteine (IC's) eingesetzt. Nach dem der schnellere Teletex das Telex abgelöst hatte, wurde kurze Zeit später das Telefaxsystem erfunden. Mit Telefax war es möglich innerhalb einer Minute alles zu übermitteln was in einem DIN A4-Vormat vorlag (Zeichnungen, Bilder, Texte). Während in Europa weiterhin auf das Teletex System gesetzt wurde, entwickelte man das Telefax in Japan weiter, da es für die komplizierte, bildhafte Schrift besonders geeignet war. Weiterentwicklungen beschränkten sich auf die Größe des Gerätes, die Farbübertragung, die Auflösung der Übertragung und natürlich die Schnelligkeit. 1988 wurden weltweit 3 Mio. Geräte verkauft.

1988 trug das Datex-P-System zu einer schnelleren Datenübermittlung bei. Es verschickt nur Datenpakete, welche stoßweise über das Telefonnetz übertragen werden. Die Übertragung erheblich kostengünstiger, denn sie nutzte das Netz nur zeitweise aus. 1990 gab es bereits über 500.000 Geräte, die an das Netz der Deutschen Post angeschlossen waren.