Nach einer Serie von gescheiterten Experimenten mit Chappes Sempahore-Telegraphen gab Edelcrantz die Hoffnung auf. Mit seinen eigenen Worten:
... I was soon induced to give preference to the following [shutter] design with its smaller size, greater speed, and ease in its movements, increased clarity and visibility, in addition to several other factors, such as its possible use at night.
Der Shutter-Telegraph bestand aus einer Matrix von drei mal drei Shuttern, mit Zehn, extra langen Shuttern, welche auf der Spitze montiert waren. Die Position einer einzigen Reihe von drei Shuttern konnte nun durch oktale Dekodierung repräsentiert we rden. Pro Spalte wurde jedem Shutter eine Nummer zugewiesen. Von oben nach unten wurden die Shutter mit 1, 2 und 4 nummeriert. Summierte man die Zahlen der Shutter so bekam man einen Spalten-Code zwischen Null und Sieben. Der Code für ein gesamtes Telegraphensignal bestand aus drei mal drei oktalen Zahlen. Der Code A636 dekodierte die Positionen der zwei oberen Shutter in der mittleren Reihe, die zwei unteren Shutter in der ersten und letzten Spalte und den zehnten Shutter, wenn alle geschlossen waren. Dies alles geschah in Sichtweite zur nächsten Station.
Um die Signale schnell setzen zu können konstruierte Edelcrantz einen hochentwickelten Kontrollmechanismus. Das Bedienungspersonal konnte den Telegraphen über eine Tafel, welche über Drähte mit den Shuttern verbunden waren, bedienen. Um die Shutter zu setzen musste das Bedienungspersonal ein Fußpedal nach unten drücken. Während man darauf wartete, daß die nächste Station das Signal kopierte, konnte das Bedienungspersonal bereits das nächste Signal auf der anderen Seite des Kotrollpultes vorbereiten. Sobald das Signal bestätigt wurde konnte man das Kontrollpult umschalten und das neue Signal quasi ohne Zeitverlust übertragen. Zwischendurch hatte das Telegraphen-Signal eine Nullstellung der Shutter durchlaufen, um der empfangenden Stelle mitzuteilen, dass nun ein neues Signal übermittelt wird.
Der Entwurf von 1794 wurde in einer Vielzahl von kleinen Variationen eingesetzt. In einigen Systemen wurde die Funktion der Fußpedale durch eine zu drehende Kurbel ersetzt. In anderen gab es Änderungen bezüglich der Verbindungen des Kontrollpults zu den Shuttern.
Am 30. Januar 1795, nur drei Monate nach dem ersten Test, erteilte Edelcrantz den Auftrag die erste Telegraphenlinie von Katarina Church im Zentrum von Stockholm zur Festung von Vaxholm zu bauen. Die Telegraphenlinie ging am 28. Juli 1795 in Betrieb. Zwischen 1795 und 1797 wurden zwei weitere Telegraphenlinien gebaut:
1799 wurde eine weitere kurze Linie in der Nähe von Göteborg hinzugebaut.
Die Telegraphen wurden hauptsächlich von militärischem Personal bedient. Edelcrantz beschrieb die minimalen Anforderungen an das Bedienungspersonal wie folgt: "...Die Beamten und Soldaten, welche die Telegraphen bedienen sollen, sollten in der Lage sein zu Lesen und Zahlen aufzuschreiben. Des Weiteren würde es sehr hilfreich sein, wenn diese einfache arithmetische Berechnungen durchführen könnten. ..." Die Vorbereitung des Bedienungspersonals dauerte eine Woche, eine Stunde pro Tag. Ein Offizier pro Regiment in Bereich Stockholm und eine Soldat pro Kompanie wurden dem Royal Telegraphie Corps zugeteilt.
1796 dokumentierte Edelcrantz seine Anstrengungen in dem Buch: "A Treatise on Telegraphs". Das Buch wurde alsbald ins Deutsche und Französische übersetzt. Zusätzlich zur Mitgliedschaft in der Swedish Academy of literature gewann er 1797 die Wahl der Swedish Academy of Science. Er wurde einer der prominentesten Mitglieder dieser Vereinigung.
The Early History of Data Networks Gerard J.Holzmann, Björn Pehrson.