"Der Krieg ist Vater aller Dinge" (Heraklit 550-480 v. Chr.), trift wohl in ganz besonderem Maße auf die Entwicklung der früheren Telegrafie zu, denn der optische Telegraf diente ebenfalls während der Dauer seines Bestehens von 1833-1849 militärischen, politischen und polizeilichen Zwecken.
Das deutsche Telegrafenwesen ist aus den Telegrafenverwaltungen der deutschen Einzelstaaten hervorgegangen. Bis 1866 bestanden 17 selbständige Verwaltungen. Bau und Betrieb unterstanden dem Kriegsministerium. Die Verwaltung der Staatstelegrafie wurde 1866 dem Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeit übergeben.
Am 1.Okt. 1849 gab Preußen als erster Staat auf dem europäischen Kontinent den Staatstelegrafen für den öffentlichen Verkehr frei.
1850 wurde der Deutsch-Österreichische Telegrafenverein gegründet, der den Anschluß an das belgische, französische und das englische Telegrafennetz ermöglichte. 1868 wurde eine Trennung von Post und Telegrafenwesen vorgenommen. Dies war nicht von Vorteil und deshalb wurde am 1.Jan 1876 aus Finanzierungsgründen das Telegrafenwesen wieder mit der Post vereinigt.
Die Telegrafendirektionen wurden auf gehobenen und es wurde eine Einteilung in Post- bzw. Telegrafenämter vorgenommen. Von da an hat sich bis 1992 die gemeinsame Verwaltung von Post und Telegrafie (später Post und Fernmeldewesen) nicht geändert. 1992 wurde eine Aufspaltung in die Bereiche Postdienst, Postbank und Telekom AG vorgenommen. Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts am 1.1.98 verliert die Deutsche Telekom AG ihr letztes Monopol, das Sprachmonopol. Ab dann soll Wettbewerb in der Telekommunikation in Deutschland herrschen. Die "neuen" kommen!